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Anspruch auf Antwort der Regierung .

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat den verfassungsrechtlichen Informationsanspruch eines Landtagsabgeordneten verletzt, indem sie von ihm gestellte parlamentarische Anfragen in einigen Punkten nicht oder nur eingeschränkt beantwortet hat.

Dies hat der Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen durch das am 19. August 2008 verkündetes Urteil (Az. VerfGH 7/07) entschieden und damit einem entsprechenden Antrag im Organstreitverfahren teilweise stattgegeben.

Am 9. September 2006 hatte der Landtagsabgeordnete 15 Kleine Anfragen mit insgesamt 67 Unterfragen an die Landesregierung gerichtet. Die Fragen betreffen u.a. konzerninterne Erträge der Ruhrkohle Aktiengesellschaft (RAG AG), den Finanzbedarf für Altlasten und sog. Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus, die diesbezügliche Haftung der RAG-Gesellschafter sowie die Förderkosten und Investitionsplanungen der noch aktiven Bergwerke. Einige dieser Fragen hat die Landesregierung nicht oder nur eingeschränkt beantwortet und dies damit begründet, die betreffenden Informationen beinhalteten geschützte Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der RAG AG.

Der Verfassungsgerichtshof stärkt mit dem Urteil den Informationsanspruch der Abgeordneten auch gegen Betriebsgeheimnisse. Der verfassungsrechtliche Status des Abgeordneten umfasse einen grundsätzlichen Anspruch auf vollständige und zutreffende Beantwortung seiner an die Landesregierung gerichteten parlamentarischen Anfragen. Das Fragerecht erstrecke sich auf alle Gegenstände, für welche die Regierung zuständig sei. Im Einzelfall könne auch ein privates Unternehmen Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage sein, wenn der Staat erstens mit ihm im eigenen Interesse intensiv zusammenarbeite und zweitens einen entsprechenden Einfluss ausübe.

Diese beiden Voraussetzungen bejahten die Verfassungsrichter hinsichtlich der RAG AG, da zwischen den Geschäftsinteressen des Unternehmens und den energiepolitischen Belangen des Staates eine enge funktionale Verzahnung bestehe, die u.a. in der Höhe der dem Unternehmen gewährten Subventionen zum Ausdruck komme.

Die Pflicht der Landesregierung zur Beantwortung parlamentarischer Anfragen werde, so das Gericht, zwar u.a. durch den grundrechtlich gewährleisteten Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse begrenzt. Da grundrechtlicher Datenschutz und parlamentarischer Informationsanspruch gleichermaßen auf der Ebene des Verfassungsrechts angesiedelt seien, müssten sie aber einander so zugeordnet werden, dass beide so weit wie möglich ihre Wirkungen entfalteten. Im Rahmen der hiernach gebotenen Abwägung habe die Landesregierung auch die Möglichkeit einer Unterrichtung des Abgeordneten in nichtöffentlicher, vertraulicher oder geheimer Form in Betracht zu ziehen.

Diese Lösung hatte die Regierung hier fehlerhaft nicht erwogen.

Soweit die vom Antragsteller erbetenen Informationen über die RAG AG der Landesregierung nicht verfügbar gewesen seien und das Unternehmen ihre Offenlegung aus Gründen des Geheimnisschutzes verweigert habe, habe die Landesregierung hinreichende Bemühungen um ihre Erlangung entfaltet. Insoweit liege eine Verletzung des Informationsanspruchs des Landtagsabgeordneten, Reiner Priggen, nicht vor, da sich die Antwortpflicht der Landesregierung auf solche Informationen beschränke, die ihr vorlägen oder von ihr mit zumutbarem Aufwand beschafft werden könnten.

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